Sonntag, 20.05.2012 19:54 Uhr

Pharmalobby contra Naturmedizin

Verfasser: Karsten F.G. Müller Kassel/Brüssel, 16.10.2010, 18:48 Uhr
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Kassel/Brüssel [ENA] Die Pharmalobby geht in Brüssel verschärft gegen die "Konkurenz Naturheilmittel" vor: Naturheilmittel sollen verboten oder starken Beschränkungen unterworfen werden - Spezialrezept für Pfefferminze, Kamillentee bald illegal, Schwarzmarkt für Baldrian? Die Blogosphäre hat sich des Themas bereits angenommen - wann stopt die Politik diesen neuen EU-Wahnsinn? Aber zunächst die Fakten:

Die Pharmalobby hat es fast geschafft die lästige Konkurrenz die von Naturprodukten kommt auszuschalten. Ab 1. April 2011 wird der Verkauf aller Mittel aus Heilpflanzen in der EU verboten die nicht lizenziert sind. Die Pharma- und Agrarmultis wollen jeden Aspekt unser Gesundheit und Ernährung kontrollieren und alles was dem im Wege steht wird vernichtet. Wer in Zukunft Produkte aus Heilkräutern anbietet und eine heilende Wirkung verspricht, muss den gleichen aufwendigen und teuren Prüfungsprozess durchlaufen wie für Arzneimittel, was viele eliminieren wird. Dabei spielt es keine Rolle, dass die Kräuter und Pflanzen aus der Natur seit Jahrtausenden sich bewährt haben.

Laut Europäischer Richtlinie zur Verwendung Traditioneller und Pflanzlicher medizinischer Produkte (THMPD), wird der Verkauf und die Anwendung von Produkten aus Heilkräutern stark einschränkt. Es handelt sich um eine Richtlinie der EU zur Vereinheitlichung des Zulassungsverfahrens für traditionelle Kräuterzubereitungen, die medizinisch eingesetzt werden. Damit werden Naturprodukte zu medizinischen Produkten umdeklariert, die zugelassen werden müssen. In allen EU Länder wird es dann verboten sein Produkte aus Heilkräuter oder Pflanzen zu verkaufen die keine Lizenz haben.

Die THMPD-Direktive diktiert, dass alle Kräuterprodukte die nicht als Lebensmittel gelten, wie Gewürze, müssen einen THMPD-Registrierung bis April 2011 haben um legal auf dem Markt zu bleiben. Die Direktive verlangt, dass alle Präparate der gleichen Prozedur unterzogen werden wie chemische Arzneien. Es spielt keine Rolle, dass diese schon seit Jahrtausenden in der Bevölkerung als bewehrte Hausmittel verwendet wurden. Die Pharmagiganten können sich das teure Zulassungsverfahren leisten, aber wie soll ein kleiner Hersteller von Kräuterprodukten das machen, wenn für jeden Naturstoff oder eine Mischung daraus eine einzelne Prüfung bezahlt werden muss, die bis zu 120'000 Euro kosten kann?

Oder ein Betrieb muss für die Zulassung der Heilmittel mit Kräutern nachweisen, dass sein Produkt seit mindestens 30 Jahren sicher und effektiv angewendet wurde, 15 Jahre davon in der EU. Eine große Hürde die nicht jeder erfüllen kann. Neue und innovative Produkte oder Heilmittel die aus China, Indien, Japan oder sonst wo außerhalb der EU kommen und die keine sichere Vergangenheit in der Anwendung innerhalb der EU nachweisen können, bleiben vom Markt. Viele traditionelle Kulturen verwenden auch nicht-pflanzliche Produkte, wie Stoffe aus tierischer Herkunft und Mineralien. Diese sind per Richtlinie verboten. Das heißt, den EU-Bürgern wird traditionelle Medizin aus fernen Ländern entzogen, kann sie nicht mehr für sich wählen.

Wenn die THMPD-Direktive ab nächstes Jahr wirksam wird, dann sind nur drei Kategorien an Heilkräuterprodukte auf dem EU-Markt zugelassen: 1. Produkte die eine Lizenz haben und wie Medizin geprüft wurden. 2. Produkte die als traditionell unter THMPD gelten und es nachweisen. 3. Produkte die sich nicht als heilend bezeichnen und nicht als Medizin angewendet werden. Das bedeutet im Prinzip, alle Naturstoffe die eine heilende Wirkung haben, werden in Zukunft wie eine gefährliche Droge behandelt, die erst auf ihre Ungefährlichkeit geprüft werden muss, was völlig absurd ist. Mit dieser Hürde als Trick wird die Pharmamafia alleine bestimmen was gut für unsere Gesundheit ist. Alternativen sollen verschwinden.

Das Motto lautet, was die Natur produziert ist gefährlich, nur was aus dem Labor kommt ist sicher. Mit ihren Lobbyisten welche die EU-Bürokraten überzeugten oder besser gesagt schmierten, haben sie es erreicht. Selbstverständlich wieder mit der Ausrede, es geht nur um unsere Sicherheit und unser Wohl. Um ein banales Beispiel zu nehmen, wer in Zukunft getrocknete Pflaumen anbietet, weil sie seit je her gut für die Verdauung sind und keine Lizenz dafür hat, macht sich strafbar, oder was? (Hier weiterlesen: http://alles-schallundrauch.blogspot.com/)

Kommentar: Was soll die Aufregung? Ist doch alles schon mehrmals passiert in den letzten hundert Jahren: Wenn die Natur dem Kartell von Chemie- & Pharmaindustrie im Wege steht - dann wird illegalisiert. Resultat: Konkurrenz erledigt, Gewinnmarge verewigt und für Polizei, Gefängnisindustrie (machen eure Levis-Jeans u.a.) und Militär (Sagt der Richter "Knast oder Vaterland, mein Junge?") fällt auch noch was ab. So geschieht es bis heute dem Naturheilmittel Hanf (=Haschisch, Cannabis, Mörderdroge Marijuhanna, etc.) - dank Dupont, Anslinger, CIA&FBI und UNO.

Gegen diese Kartell konnte nicht mal ein Henry Ford anstinken - der bereits in den Zwanzigern des letzten Jahrhunderts ein "Hanfauto" zur umweltfreundlichen Alternative serienreif entwickelt hatte: mit Faserverbundtechnologie für die Karosserie aus nachwachsendem Rohstoff Hanf und klimaneutralem Hanfölmotor. Nach der Illegalisierung von Hanf wurde das Projekt eingestampft. Mal sehen, wann nach der Illegalisierung die ersten "problematischen Kamillenkonsumenten und Pfefferminzjunkies" von BILD & Co. durchs mediale Dorf getrieben werden, wann dann die Strafverschärfungen gefordert werden.

So nach dem Motto: "Es kann doch nicht sein, das skrupellose Kräuterweiber an unsere Kinder Pfefferminzbonbons verteilen, um sie anzufixen...!" Wann wird die "Helferindustrie" (Sozialarbeiter und Drogen"hilfe") auf den Zug aufspringen ("Grünkreuzler helfen bei Kräuterproblemen...") und - last but not least- wann werden sich die Haftanstalten mit neuem Menschenfutter füllen? Grotesk? Übertrieben? Nun - die Menschheit nutzte den Hanf über 10000 Jahre lang als Faserlieferant, Gemüse, Ölpflanze, Heilmittel, etc. - so sehr, das im menschlichen Gehirn sogar spezielle "Cannabisrezeptoren" ausgebildet und vererbt wurden. Da erschien ein Verbot samt Strafbewehrung auch zunächst übertrieben und grotesk - aber sie haben’s geschafft!

Für den Durchschnittsbürger stellt sich nach 100Jahren Gehirnwäsche der Hanf als böse Droge dar, die Mafia verdient sich dusselig, die Chemische Industrie verkauft wie blöd ihren Erdölmist, die Pharmamafia ihre Chemiebomben, die Polizei kriminalisiert die Unterschichten, die Gerichte knasten ein, die Gefängnisindustrie blüht und ihr könnt alle schön billig Levis und Co. (sowie geschätzte 10000 weitere Produkte, welche in Gefängnissen hergestellt werden) kaufen. Alles Paletti? Schaun mer mal, wo in 100Jahren Kamille&Co. sind!

PS: Wer mehr über die Geschichte der Hanfprohibition (und die Verwicklung der Duponts, Rothschilds, u.a., von CIA und anderen Diensten in ihre Entstehung) erfahren möchte, dem sei das sehr aufschlussreiche und hervorragend recherchierte Buch "Von Hanf ist die Rede - Kultur und Politik einer Droge" von Hans-Georg Behr anempfohlen. Freundlichst Ihr Karsten F.G. Müller

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